Donnerstag, 28. Februar 2013

Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit?

Rechtsanspruch auf Vollzeit - aber so etwas gibt es doch schon ...

zumindest für Angehörige der Bundesverwaltung denn hier gilt das Bundesgleichstellungsgesetz - BGleiG.

§ 14 BGleiG besagt z.B.:"(1) Teilzeitbeschäftigte mit Familienpflichten, die eine Vollzeitbeschäftigung beantragen, und Beurlaubte mit Familienpflichten, die eine vorzeitige Rückkehr aus der Beurlaubung beantragen, müssen bei der Besetzung von Arbeitsplätzen unter Beachtung des Leistungsprinzips und der Benachteiligungsverbote vorrangig berücksichtigt werden." 

Was sich gut liest, hinkt in der Realität aber gewaltig:

  • zunächst einmal ist Voraussetzung ein besetzbarer Arbeitsplatz,
  • der unter Beachtung des Leistungsprinzips vergeben wird.

In Zeiten knapper Kassen werden aber gerade bei der Bundesverwaltung Stellen eingespart, so dass es schon an besetzbaren Stellen hapert. Dann muss man sich noch gegen "Konkurrenten" durchsetzen, um bei gleicher Eignung via BGleiG zum Zuge zu kommen. Viele Hürden, viele Stellschrauben, die eine Rückkehr zur Vollzeit erschweren.

Schließlich fast unbeachtet wird häufig eine Lücke in den Vorschriften: Will man aus Teilzeit nicht gleich zur Vollzeit übergehen, sondern nur die Arbeitszeit aufstocken, so greift das BGleiG mitunter nicht mehr. Es kann also sein, dass der betroffene Elternteil von 50% auf 75% aufstocken kann mit Hilfe des BGleiG; für die restlichen 25% zu einem späteren Zeitpunkt aber keine Erleichterungen mehr bestehen.

Daher: Immer die Zeiten der Teilzeit befristen lassen und nie unbefristeter Teilzeit zustimmen. Eine Rückkehr zur Vollzeit kann so bis auf wenige Ausnahmefälle faktisch ausgeschlossen sein.